Vivaristik WE

3. Vivaristik Wochenende

Die Geschichte einer Idee

Elgaria multicarinata (von Christian Langner, gehört zum Vortrag "Haltung und Zucht von Alligatorschleichen der Gattungen Elgaria und Gerrhonotus")  2015 entwickelten einige Terrarianer und Aquarianer, zu denen auch ich gehörte, die Idee für eine Art Symposium, das wir „Vivaristik-Wochenende“ nannten: eine jeweils dreitägige Veranstaltung, beginnend an einem Freitagabend und endend am Sonntag zu Mittag, mit Vorträgen aus allen Bereichen der Vivaristik, also zu aquaristisch oder terraristisch interessanten Themen sowie zu exotischen oder seltenen Pflanzen. Jedes dieser Vivaristik-Wochenenden sollte jeweils eine Großregion betreffen und diese mit ihrer vivaristisch interessanten Fauna und Flora, aber auch was Klima und Landschaft angeht, gründlich und in die Tiefe gehend vorstellen. Ein Event also, um die Vielfalt der Vivaristik darzustellen und Vivarianer einzuladen, über den Tellerrand ihrer jeweiligen Teilgebiete zu blicken. Viele, denen wir von diesem Konzept erzählten, waren begeistert. Der Grundtenor lautete: „So eine Art von Veranstaltung fehlt schon lange!“
  Also übernahm die ISV, deren Obmann ich damals war, die Organisation. Zwar hatte dieses Projekt nur am Rande mit Schildkröten zu tun, aber die Idee erschien es wert zu sein, sie zu verwirklichen.

Von Erfolgen und Misserfolgen

  Das erste Vivaristik-Wochenende, aus organisatorischen Gründen Anfang Juli 2016 abgehalten, befasste sich mit Südamerika. Es wurde, betreffend die Besucherzahlen, ein Achtungserfolg: So manch unerwarteter und weitgereister Gast traf am Veranstaltungsort ein. Sogar aus Leipzig und Sankt Gallen UW-Aufnahme eines "Long Ear Sunfish" (Großohr - Sonnenbarsch) aus dem San Marco-River in Texas. (Aufnahme von Anton Lamboj)fand man den Weg nach Wien. Daher wurde bald darauf das Vivaristik-Wochenende für 2017 in Angriff genommen, diesmal zum Thema „Mittelamerika, Mexiko und Karibik“. Wie das erste fand auch dieses im Sommer statt, diesmal Anfang Juni, allerdings mit geändertem Veranstaltungsort: Das Schutzhaus „Zukunft“ auf der Schmelz, im Süden Wiens gelegen, erwies sich als gut geeignet. Für die Vorträge stand ein großer Saal bereit, die Verkaufsstände für Pflanzen und Bücher fanden ausreichend Platz in Garten und Vortragssaal, und die Küche kann als durchaus gediegen bezeichnet werden, bei angemessenen Preisen. Und die Anbindung ans Netz der öffentlichen Verkehrsmittel: Perfekt. Abermals wurden Vorträge zu einem weiten Themenspektrum organisiert und viel Zeit in Werbung investiert. Der Besucherandrang blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück, und da der Aufwand beträchtlich gewesen war, zog sich die ISV aus dem Projekt zurück.

Es geht weiter: 2018 Nordamerika

"Wüstengarten im Überblick": Verschiedene Yuccas und winterharte Kakteen im Garten von Gerhard Gußmagg, Steiermark  Einige der Organisatoren der ersten beiden Vivaristik-Wochenenden, besonders Josip Stanic und ich, vor allem aber die Führung des ÖVVÖ, waren jedoch der Meinung, es wäre schade, so ein innovatives Veranstaltungskonzept einfach sterben zu lassen. Die Veranstaltung müsse sich nur etablieren, dann würde sie schon ihr Publikum finden – vor allem, da das thematisch auch recht breit aufgestellte „Symposium Mensch Tier Umwelt“ seit vorigem Jahr nicht mehr stattfindet. Aber von nun an sollte der ÖVVÖ als Veranstalter auftreten. Und so begannen die Vorbereitungen für das „3. Vivaristik-Wochenende“, das heuer stattfinden wird.
  Nach einigem Überlegen wurde „Nordamerika“ zum Thema erkoren – was die Reihe der bisherigen Themen konsequent fortsetzt. Viele vivaristische „Klassiker“ kommen von dort, von Sonnenbarsch und Floridakärpfling über Kornnattern bis hin zu einer Vielzahl ungewöhnlicher und teils farbenprächtigen Echsen. Diverse Schildkröten nicht zu vergessen und eine Vielzahl „exotischer“ Pflanzen, die trotzdem erstaunlich winterhart sind.
  Stattfinden wird die Veranstaltung vom 28. bis 30. September 2018, also im letzten Septemberwochenende. Veranstaltungsort wird wieder das bewehrte Schutzhaus „Zukunft“ auf der Schmelz sein.

Mag. Anton Oberleuthner