Limbochromis Conservation Project

Limbochromis Conservation Project

Limbochromis robertsi, maleLimbochromis robertsi (Thys van den Audenaerde & Loiselle, 1971) gehört zur Gruppe der chromidotilapiinen Cichliden und ist die einzige Art der Gattung. Sie ist nicht weit verbreitet und nur aus dem Osten Ghanas im Gebiet der Stadt Kyebi, und einer kleinen Region im Westen des Landes bekannt. Dort beschränkt sich das Vorkommen auf einige kleine Gebirgsbäche.
Heute ist die Region um Kyebi sehr stark durch den illegalen Goldabbau und die Zunahme der Landwirtschaft auf Grund des Bevölkerungswachstums bedroht. Die kleinen Bäche, in denen die Art vorkam, münden in den extrem schadstoffbelasteten Birim River, wo auch die Mündungsbereiche dieser kleinen Bäche sowie das umliegende Areal sehr stark fragmentiert und meist zerstört sind, so dass die Art hier bereits ganz verschwunden ist. Die kleinen Bäche sind auch schon durch die, in der Landwirtschaft verwendeten, Herbizide und Pestizide starken Belastungen ausgesetzt und es gibt ein Temperaturanstieg aufgrund der stärkeren Sonneneinstrahlung, hervorgerufen durch die komplette Abholzung des ursprünglichen Waldes. Der illegale Goldabbau im Überschwemmungsgebiet des Birim River wird sich wahrscheinlich auf die Hügel entlang der Bachläufe ausdehnen. Black Krensen Creek, 1991Zusätzlich hat auch der Straßenbau in der Region einige Bäche, in denen die Art früher noch vorkam, vernichtet. Der Status der Art in der westlich gelegenen Ankasa-Region ist unbekannt, es gibt dazu seit mehr als 20 Jahren keine Informationen.
Aufgrund von Beobachtungen aus den Jahren 2016 und 2018 kann angenommen werden, dass in dem Gebiet um Kyebi vielleicht noch 1000 Exemplare der Art vorkommen, was ca. 10% des Bestandes entspricht, der Anfang der 1990-Jahre noch vorhanden war. Diese verbleibenden Fische sind über drei kleine Bäche verteilt, den Black, Red und White Krensen, die nicht miteinander verbunden sind und alle in den Birim River einmünden.

Limbochromis robertsi ist insofern eine besondere Buntbarschart, als es der bisher die einzige Art ist, die frei zwischen zwei Brutstrategien wechseln kann, nämlich zwischen paarbildendem Höhlenbrüten und larvophilen Maulbrüten, wobei auch im letzteren Fall die Paarbindung bestehen bleibt, aber nur das Weibchen alleine diese Brutpflege betreibt. Darüber hinaus ist die Art auch deshalb interessant, weil sich nach bisherigen molekularbiologischen Untersuchungen gezeigt hat, dass die vermutlich nächst verwandte Art aus den zentralen Bereichen des Kongo stammt.
Aufgrund der geringen Anzahl von Exemplaren, die noch in Freiheit vorhanden sein dürften, besteht die Gefahr dass diese Art ausstirbt. Daher besteht dringender Bedarf für ein Schutz- und Erhaltungszuchtprogramm. Ein in-situ-Programm zum Schutz im natürlichen Habitat wäre sicher am sinnvollsten, allerdings besteht nur geringe Hoffnung, dass die Gebiete um Kyebi und Ankasa (falls in letzterem Areal die Art noch existiert) erhalten bzw. geschützt werden können. Untersuchungen dazu sind sicher noch erforderlich, um die Populationsgrößen exakter zu bestimmen.
Ein ex-situ Programm, in Kooperation mit Ghana (hoffentlich) sowie wissenschaftlichen Institutionen außerhalb Ghanas, gemeinsam mit öffentlichen Zoos und Aquarien sowie privaten Spezialisten, scheint derzeit der einzige sinnvolle Weg zu sein, diesen besonderen Endemiten aus Ghana vor dem Aussterben zu bewahren.

Limbochromis Conservation Project

Limbochromis robertsi, femaleLimbochromis robertsi (Thys van den Audenaerde & Loiselle, 1971), a member of the group of chromidotilapine cichlids, is the only member of it's' genus. It has an extremely limited distribution range and is only known from around Kyebi in the Eastern Region of Ghana, West Africa, and one other small area in Western Ghana. There it is restricted to a very limited range consisting of several small hill creeks.
Today the Kyebi region is severely affected by illegal gold mining and increased agriculture due to population growth. The small creeks drain to the heavily polluted Birim river, but here the habitat around the mouths of the creeks has been heavily fragmented and mostly destroyed, so the species has already vanished from this sector. The small creeks are also showing signs of the increased pollution due to agricultural chemicals (herbicides, pesticides), and increase in temperature and sunlight due to deforestation. Illegal gold mining in the Birim river's flood zone will eventually spread up into the hills along the creek beds. Construction of the road north of Kyebi (to Asiakwa) has entirely destroyed some of the creeks and they have now disappeared. The status of the population in the Ankasa region in the west is unclear; no information has been available for more than 20 years.
From observations in 2016 and 2018 the population size around Kyebi can be best estimated to comprise less than 1000 individuals, that represents only around 10% of the original population observed in the beginning of the 1990ies. The remaining population is spread over three small creeks, less than two meters wide and half a meter deep. The creeks (The Black, Red and White Krensen) are not connected and drain directly to the Birim river.
Black Krensen Creek, 2018Limbochromis robertsi is a unique cichlid in Africa as it is the only species known to switch independently between two breeding strategies: while primarily a cave breeding, pair bonding species, it may also raise young as a larvophilic mouth brooder, with only the female holding the larvae in her mouth even if the pair remains together. Additionally the species is interesting regarding the current molecular results the next relative seems to be a cichlid species from the Central Congo region.
Due to the very small number of specimens left in the wild, the species is in dearest need of a conservation program and should be considered to be nearly extinct. While in-situ conservation of the habitat would be ideal, there is little hope that the remaining habitat around Kyebi and the Ankasa region (if the species still exists there) can be protected. Further exploration of both regions is needed to confirm the exact distribution and population size.  
An ex-situ program in cooperation with Ghana (hopefully), international scientific institutions as well as public aquariums/zoos and private specialists seems to be the most effective way to halt the extinction of this Ghana endemic.

Projektleiter/project manager: Mag. Dr. Anton Lamboj    Email: a.lamboj@oevvoe.org

Projektteilnehmer/project member
Anton Lamboj, Austria    Berliner Gesellschaft für Großaquarien (BGG) im AquaDom, Germany
Stefan Inselmann, Germany    Andreas Wellmann, Germany    Zoo Schönbrunn, Vienna, Austria

Project-Email: limbochromis@oevvoe.org

Projektpartner/project partner

 Zoo Schönbrunn, Vienna        Aquarium Berlin